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DE-ÖKO-021

Clip „Das erste Jahr“

 

Panel 1

Über uns

Dass Lebensmittelversorgung, Handel und Energiegewinnung ressourcen-schonend, umwelt- und menschenfreundlich, sowie nachhaltig sein können, zeigt ein Wechsel der Dimension: …

… von global zu regional!

Wir haben „Die kleine Farm der Vielfalt“ gegründet, um auf einer kleinen Fläche eine große Vielfalt und hochwertige Lebensmittel hervorzubringen. 

Nach langem Suchen haben wir den geeigneten Standort für „Die kleine Farm der Vielfalt“ gefunden: Gut Sonnenburg im wunderschönen Oderland.

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Das kleine Dorf Sonnenburg gehört zur Kreisstadt Bad Freienwalde und liegt etwa 60 Kilometer nordöstlich von Berlin entfernt. Am Rande des alten Guts Sonnenburg haben wir uns auf 1,3 Hektar niedergelassen um den sandig-lehmigen (guten) Boden in einen humusreichen sowie vielfältigen „Obst-Waldgarten“ zu gestalten und mit dem Verein Gut Sonnenburg e.V. eine Höfegemeinschaft zu bildenDie vielfältige natürliche Flora und Fauna des benachbarten Oderbruchs und unserer eigenen Fläche sowie reichlich Mischwald ermöglicht uns einen idealen Einstieg und gute Voraussetzungen für unser Projekt!

Der Wunsch nach einer eigenen kleinen Landwirtschaft erschien uns auf der Suche nach natürlichen Lebensmitteln von wirklich hoher Qualität.

Zum Konzept unserer „Kleinen Farm der Vielfalt“ ließ sich Johannes von der Permakultur (nach Bill Mollison), Natural Farming (Masanobu Fukuoka) und vom Biologisch Dynamischen Anbau (Rudolf Steiner) inspirieren.


Ein kleiner Bilder-Rundgang durch das erste Jahr:

 

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Tania beim recheln: Hier stand zuvor Bio-Hafer und wird der neue Standort unserer Dauerbeete…
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Das Gut Sonnenburg als Dreh und Angelpunkt von Kultur & Kreativität …
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Inmitten einer intakten Naturlandschaft (Landschaftsschutzgebiet Altranft Hufeland) entsteht die „Die kleine Farm der Vielfalt“…
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Zuerst ist viel körperliche Arbeit gefragt, doch sobald die Dauerbeete mal stehen, müssen sie nicht mehr umgegraben werden, da sie weder befahren noch betreten werden… 
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Nach der Errichtung und Pflanzung der ersten Dauerbeete wird der Boden bedeckt (gemulcht), damit die Bodenlebewesen Nahrung haben und die Feuchtigkeit im Boden bleibt…
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Die Jungpflanzen werden zum Beet gebracht, wie die Mutter das Kind ins Bett!
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Unsere Fleischtomaten bekommen ein Dach über den Kopf… 
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Johannes bestaunt sein neu errichtetes Dauerbeet (Hügelbeet) und die frisch eingepflanzten Wildtomaten…
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Beim naturnahen Anbau ist es essential, dass die einheimischen Wildkräuter (auch Unkräuter genannt) sich auf dem Gelände ausbreiten können. Nur so entsteht Vielfalt, da Insekten und andere Lebeswesen ihren natürlichen Lebensraum erhalten…
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Blütenpflanzen wie Klee ziehen in den Tomaten-Zelten Bienen an, die unsere Tomaten bestäuben und außerdem wertvollen Stickstoff aus der Luft an ihren Wurzeln binden… 
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Im Tomatenzelt werden die voll beladenen Tomaten-Äste hochgebunden, damit sie nicht abbrechen. Der buschige Wuchs zeigt, dass wir unsere Tomaten nicht „ausgeizen„…
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Unsere Freiland-Tomaten können gemäß ihrer natürlichen Wuchseigenschaft am Boden entlang wachsen…
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Buchweizen als ideale Zwischenfrucht und wertvolle Bienenweide!
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Alte Kürbissorten für „Die Kleine Farm der Vielfalt“…
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Auch Amaranth findet einen Platz bei uns!
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Johannes erntet Zuchinis und Gurken…
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Zeit für eine Tomaten-Verkostung zwischendurch…
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Ein kleiner Helfer ganz groß!
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Tania im „Wildtomaten-Jungle“…
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Wir bauen alte sowie unbekannte Zucchini-  und Gurkensorten an, die man so in keinem Supermarkt bekommt… 
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Zwischendurch können wir Rehe und andere Wildtiere beobachten, die es hier zum Glück reichlich gibt… 
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Konzept

Biointensiver Gartenbau

Wir wollen reichlich Humus aufbauen, weshalb wir auf erhöhten Dauerbeeten kultivieren, die weder betreten noch befahren werden (Traktorfrei). Nahe Pflanzenabstände ermöglichen die rasche Bedeckung des Bodens und schützen somit vor Erosion und Austrocknung. Unter dem dichten Blattwerk bleibt der Oberboden feucht, eine Vielzahl verschiedener Bodenorganismen können sich dort ansiedeln und die zugeführte Biomasse (Stroh, Heu oder Pflanzenschnitt) zu wertvollen Humus verarbeiten.

Die Lebensgrundlagen der Menschen sind fruchtbare Böden und eine große Artenvielfalt! 

Die gängigen Praktiken der industriellen Landwirtschaft dezimiert allerdings in nur wenigen Jahren wertvollen Humus, der durch Witterung und Ablagerung über viele tausend Jahre entstanden ist. Durch den Einsatz von „Pflanzenschutzmitteln“ geht gleichzeitig die Artenvielfalt verloren. 

Offene Böden sind der Erosion sowie der Austrocknung ausgesetzt und werden durch das Befahren von Traktoren verdichtet. Die Pflanzen werden deshalb relativ weit voneinander ausgepflanzt, denn ihre Wurzeln können schlecht in die Tiefe des verdichteten Bodens eindringen und müssen in der Peripherie nach Nährstoffen und Wasser suchen. Der Oberboden bleibt somit von Bodenorganismen unbesiedelt und verkommt zur unbelebten Wüste.

Die gängige Landwirtschaft verbraucht weitaus mehr Energie als sie erzeugt, vor allem in Form von Erdöl. Kunstdünger werden daraus hergestellt und bilden somit die Grundlage der konventionellen Lebensmittelversorgung.

Die Trennung von Nutztierhaltung und Landwirtschaft brachte weiteren Schaden mit sich, denn wie in der Natur zu beobachten ist, sind Tiere ein sehr wichtiger Bestandteil der Ökologie. Eine „vegane“ Landwirtschaft ist deshalb nicht erstrebenswert und kann nicht „naturnah“ stattfinden. Uns geht es um eine „wesensgemäße Tierhaltung“,  anstatt um die Verbannung der Vierbeiner! 

Die landesweite Flurbereinigung (Flurneuordnung durch Rodung vieler Hecken), hat dazu beigetragen, dass viele einheimische vitale Obstsorten kaum noch zu finden sind und der Lebensraum der Vögel dezimiert wird.

Eine nachhaltige Zukunft ist möglich, wenn alle entnommenen Ressourcen mindestens gleichwertig ersetzt werden!

Der naturnahe Anbau soll eine große Vitalität und Vielfalt auf einer kleineren Fläche ermöglichen: Wildblumen im Gemüsebeet ziehen viele unterschiedliche Bestäuber-Insekten an und geben Bienen ihre nötige Lebensgrundlage. Mischkulturen ermöglichen den Bodenorganismen einen ausgewogenen Lebensraum und einen bunten Garten. Ebenfalls bieten Hecken, Totholz, Steinhaufen und Wasserplätze weitere Lebensräume für Insekten und “natürliche Fressfeinde“, die Insekten-Invasionen verhindern und somit künstliche Eingriffe überflüssig machen sollen. Kleintiere und Nutztiere liefern natürlichen Dünger und leben mit der Pflanzenwelt in Symbiose. Die lokale Flora ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, denn die Wildkräuter („Unkräuter“) sind eine wichtige Verbindung zwischen der Natur („draußen“) und dem Mikrokosmos Garten! Das abgefallene Laub der Bäume und der Stauden bleibt auf dem Boden liegen, ebenfalls können Pilze und Bakterien abgestorbene oder kranke Pflanzenteile wieder dem Erdboden gleichmachen, um den Kreislauf und die ständige Transformation des Jahres, von Leben-Tod-Leben usw. zu erhalten… 

Unsere Fläche gestalten wir nach Vorbild des natürlichen Ökosystems, wo Menschen, Nutztiere, kleine Wildtiere, Pflanzen, Insekten und Mikroorganismen eine Daseinsberechtigung haben!

Wir legen dauerhafte Hügelbeete an, die sich der natürlichen Landschaft anpassen, indem sie auf der Höhenlinie (Konturen der Hügel) angeordnet sind und somit ablaufendes Regenwasser auffangen, dass langsam in die Beete einsickern kann und uns somit nicht davon fließt (Sickergraben bzw. Sickerbeet). Pflanzenmaterial auf und auch im inneren der Hügelbeete können verkompostieren, während sie dabei wertvolle Nährstoffe den Mikroorganismen hinterlassen. 

Unser Klima im Oderbruch ist relativ trocken, weshalb uns das Anlegen der Dauerbeete auf der Höhenlinie sinnvoll erscheint. Für andere Regionen können wiederum andere Systeme geeignet sein… 


 

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Einmalige Handarbeit im Frühling oder Herbst: Ein Dauerbeet auf Höhenlinie!
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Doch der Reihe nach: Die erste Handlung auf der Fläche: Tania & Johannes beim Ausmessen der Höhenlinien (Landschafts-Konturen), um die Hügelbeete dementsprechend zu errichten, damit ein Maximum an Regenwasser aufgefangen werden kann, (mit selbstgebastelter Wasserwaage).
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Bevor es zu den einmaligen Erdarbeiten kommt, heißt es Abstecken der Hügelbeete, die sich dem natürlichen Verlauf der Hügel anschmiegen… 
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Mit  einer Doppelgrabegabel sind die Erdarbeiten auch ohne schwere Maschinen machbar…
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Mitte Mai ist es endlich soweit und die Pflanzung der selbstaufgezogenen Jungpflanzen kann beginnen… 
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Hier kann eine Tomate Tomate sein (in diesem Fall Wildtomate „Rote Murmel“: Durch den Mulch ist der Boden vor Austrocknung und Auswaschung geschützt, außerdem bekommen die Bodenorganismen dadurch Nahrung…
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Im Sommer ist das Hügelbeet mit der natürlichen Umgebung verwachsen. Die  Tomaten werden lediglich im Jungstadium von Gräsern freigehalten, später nehmen sie das Beet ein und erfordert keine weitere Arbeit, außer dem Ernten…
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Die unzähligen kleinen süß-säuerlichen „Wildtomaten“ reifen den kompletten Sommer über und ergeben nicht nur eine leckere Nascherei, sondern sind auch sehr gut geeignet für Aufläufe, wo sie eine sehr erfrischende Note abgeben…
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Regionale Vielfalt

Wir verkaufen unser frisches Gemüse in unserer Region (Bad Freienwalde, Eberswalde, Berlin) direkt an den Endverbraucher und planen einen Stand auf einem wöchentlichen berliner Ökomarkt, wo wir unsere Kunden mit alten „vitalen“ Gemüse- und Obstsorten bekannt machen wollen…

Regionale Ökomärkte bringen Vielfalt und saisonales Biogemüse in die Großstädte wie Berlin, als Gegensatz zur Vereinheitlichung des globalen Marktes.

Kurze Transportwege schonen außerdem das Klima und die Ressourcen der Erde. Außerdem ist die regionale Lebensmittelversorgung die Garantie für frische Lebensmittel. 

 

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Idee

Wir wollen natürliche Elemente auf unserer landwirtschaftlichen Fläche integrieren, die an einen Mischwald angrenzt (Landschaftsschutzgebiet Hutelandschaft Altranft-Sonnenburg) und erfreulicherweise keine Flächen der industriellen Landwirtschaft in der Nähe hat.

Somit soll ein dauerhaftes System (Vorbild ist die Natur) etabliert werden, dass sich selber erhält, mit der lokalen Umwelt verbunden ist und das Dazutun von Menschen mit der Zeit überflüssig macht. Als gutes Beispiel dient der Ur-Wald als Ökosystem, der eine große Vielfalt an Lebewesen und Pflanzen hervorbringt, ohne vom Menschen abhängig zu sein. (Ähnlich Permakultur, eher natural farming!)

In unserem Fall errichten wir „Die kleine Farm der Vielfalt“ so, dass wir zu Beginn (in unseren „jungen Jahren“), über einen begrenzten Zeitraum reichlich körperliche Arbeit aufwenden müssen, indem wir dieses System entwickeln, aufbauen und später der Natur „übergeben“ können…

Die verschiedenen natürlichen Elemente bzw. Organe die unseren Mikrokosmos der „Kleinen Farm der Vielfalt“ entstehen lassen und vielfältige Nutzen haben sind u.a. Obstbäume, vor allem heimisches Wildobst und Ur Obst, die auf eigener Wurzel wachsen und somit unabhängig von menschlichen Schnittmaßnahmen sind, heimische Wildstauden, Hecken, sowie Nutztiere, die zum größten Teil ihre eigene Nahrung suchen, im Rudel leben und das Land „beleben“, wie HühnerSkudden und Bienen, außerdem Regenwasserspeicher und Naturteich,  sodass aus einem „Acker“ ein echter „Naturgarten“ werden kann und später vielleicht sogar ein selbsterhaltender (heimischer) „Obstwaldgarten“, wo sich die menschlichen Eingriffe fast nur auf das Ernten beschränken.

 

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