10 Gründe um Selbstversorger zu werden: Teil 1

In dieser dreiteiligen Serie stelle ich 10 Gründe vor, wieso die Selbstversorgung ein Ausweg bzw. eine Antwort zu vielen sozialen, politischen, sowie kulturellen Problemen sein kann und für viele eine globale Lösung darstellt… 

Natürlich haben u.a. Ärzte, Anwälte, oder Händler ihre Plätze in einer Gesellschaft, die allerdings ebenfalls von Selbstversorger-Höfen profitieren, die eine Region mitversorgen können und Gemeinden zu unabhängigen Organismen formen… 

Und noch etwas: Wenn hier von “Selbstversorgern“ die Rede ist, sind nicht nur diejenigen gemeint, die sich zu 100% selber versorgen, sondern auch die Menschen, die z.B. lediglich ihre eigenen Erdbeeren anbauen, ihre Seife selber kochen oder sich mit Kräutern aus der Natur versorgen. All diese Selbstversorger sind ein wichtiger Teil der leisen Revolution!… 

Hier nun der Überblick zu der dreiteiligen Serie “10 Gründe um Selbstversorger zu werden“:

Teil 1
Grund 1 : Selbstbestimmung & Kreativität
Grund 2: Wachstum & Globalisierung
Grund 3: Banken & dritte Welt
Teil 2 
Grund 4:
Grund 5: 
Grund 6:
Grund 7:
Teil 3
Grund 8:
Grund 9:
Grund 10:

 

GRUND 1: SELBSTBESTIMMUNG & KREATIVITÄT

Bevor man alles einkaufen konnte, musste man noch vieles selber machen, oder eben darauf verzichten. Um etwas herstellen zu können, braucht man das Wissen darüber, denn ohne Idee (Vorstellung), kann schließlich nichts erschaffen werden! Der ständige Konsum von Dingen hat die Gesellschaft unwissender gemacht, da das Wissen über die alten Handwerkskünste in einem rasanten Tempo verloren geht und die junge Generation nun im Kaufen sowie Verkaufen, und nicht im Selbermachen ausgebildet wird.

Mit dem Selbermachen holt man seine Freiheit zurück und bestimmt selbst, welche Zutaten man in sein Brot backt, wie die Hühner gehalten werden, die einem die Frühstückseier liefern oder welche Mittel zum Wäschewaschen benutzt werden, ohne sich auf den zweifelhaften Einheitsbrei der Industrie verlassen zu müssen.

Mit selbstgebauten Möbeln, dem handgemachten Holzbesteck oder der eigenen Nahrung  geht man liebevoller um, da man wertvolle Zeit dafür investiert, und somit eine Verbindung hergestellt hat, im Gegensatz zu den schnelllebigen Produkten aus Supermärkten oder Discountern, die schließlich günstig ausgetauscht werden können und somit ihren ideellen Wert verlieren. Deshalb ist heutzutage auch weniger Kreativität gefragt, was die künstlerischen Sinne verkümmern lässt.

IMG_0096
Das Selbermachen ist der Initiator zur leisen Revolution!

Aufgrund der Massenproduktion von Konsumprodukten, die sehr billig angeboten werden können, entstehen täglich Unmengen Müll, da man schließlich alles billig ersetzen kann.

Wer auf Billigprodukte und Massenware verzichtet, stattdessen Haushaltsprodukte und Möbel selber bastelt, hat nicht nur einen höheren Grad an Selbstbestimmung erreicht, sondern auch mehr Verantwortung für die Erde und seine Mitmenschen übernommen, da die Produktion der Industrieprodukte weitreichende soziale, sowie ökologische Probleme mit sich bringt, was nicht mehr verschwiegen werden kann…

GRUND 2: WACHSTUM & GLOBALISIERUNG

Die Marktwirtschaft verdammt alle Unternehmen zum ständigen Wachstum, sonst werden sie vom Markt “aufgefressen“. Eine erfolgreiche Teilnahme am “Wettbewerb“ ist schließlich nur möglich, wenn in großer Auflage produziert wird, denn der niedrige Marktpreis macht kleine Handwerks-Betriebe chancenlos, um den “großen“ Markt bedienen zu können. Ein “kleiner“ Markt wird zerstört, da schließlich alles immer billiger werden muss und niemand mehr bereit dazu ist, den “echten“ Preis zu zahlen. Deshalb sind Manufakturen, oder regionale Produkte mittlerweile eine Nische, die weltweit kurz vor dem Aussterben stehen, allerdings zurzeit einen Revival haben…

Damit also der Gewinn eines großen Unternehmens immer weiter ausgebaut werden kann, ohne die Preise zu erhöhen, die schließlich die Konsumenten zum Kaufen verleiten sollen, müssen die Produktionskosten gesenkt und die Quantität erhöht werden. Dies geschieht in der Regel in asiatischen Ländern (“Produktionsländer“), durch Minderung der Qualität, Ausbeutung von Arbeitern, sowie von natürlichen Ressourcen, Verarbeitung chemischer Mittel und durch den Anbau gigantischer Monokulturen.

Unendliches Wachstum ist allerdings in einer materiell endlichen Welt unmöglich, weshalb dieses Wirtschaftssystem dem Untergang geweiht scheint. Doch wieviel Erdöl muss weiterhin durch die Pipelines laufen, dass den einen zum Ultra-Reichtum verhilft und den anderen in die Armut treibt? Nachhaltigkeit bedeutet, dass mindestens genauso viel Energie zurückgegeben wird, wie entnommen wurde. Das ist ebenfalls innerhalb dieses Systems nicht möglich.

Wachstum an sich ist lebensnotwendig und natürlich, doch ein Blick in die Natur offenbart zwei Seiten: Genau wie alle Menschen in ihren ersten beiden Lebensjahrzehnten körperlich wachsen, geht es danach um den inneren Wachstum. Richtet man nun seinen Blick von unserem inneren Mikro- in den äußeren Makrokosmos, sehen wir das gleiche Prinzip: Im Frühjahr wächst und gedeihen die Pflanzen bis sie im Juni, der Mitte des Jahres ihren Höhepunkt erreicht haben, danach beginnt die Reifephase der Früchte und des Abbaus. Die Natur macht es uns Mal wieder vor, dass alles zwei Seiten benötigt um einen Mittelpunkt zu offenbaren. Unser Lebens- und Wirtschaftsmodell funktioniert leider nur einseitig, überbeansprucht die eine Seite zu sehr und legt keinen Wert auf die andere, die der Reifung, des Innehalten und des Abbaus. Doch die Natur sorgt früher oder später für einen Ausgleich, weshalb wohl das Schicksal die andere Seite herbeiführen wird, doch eher in Form einer Katastrophe, die dann auf ihre Art den nötigen “Abbau“ erzwingt. Wachstum wird meistens mit “Fort-schritt“ gleichgestellt, was verdeutlicht, dass es sich dabei um das Fort- bzw. Weggehen vom Mittelpunkt handelt!

Ein Selbstversorger-Hof kann für eine Region eine Nische kreieren und selbst unabhängig vom Wachstumszwang werden, da die Vermarktung von Produkten bzw. Lohnarbeiten einen nebensächlichen Stellenwert einnehmen, denn Lebensmittel und Energie werden schließlich selbst erzeugt. Nachhaltigkeit kann somit einen zentralen Stellenwert einnehmen und zum Leitbild eines Hofes werden!

Die “Solidarische Landwirtschaft“ (SoLaWi) ermöglicht dem Bauer, dass er tatsächlich von seinen Produkten (Gemüse, Öl, oder Getreide) als Selbstversorger leben kann, denn im Gegensatz zur  “modernen“ Landwirtschaft, wo sich der Bauer nach den Marktpreisen richten muss und somit lediglich eins, zwei oder manchmal drei verschiedene Nutzpflanzen pro Saison anbauen kann, ist es beim “SoLaWi-Bauern“ möglich, dass die ganze Vielfalt der Schöpfung auf seinen Acker zurückkehrt, da schließlich seine Kosten von Mitgliedern gesichert werden, die im Gegenzug gesunde Lebensmittel erhalten.

Hier gibts mehr Infos zur SoLaWi…

Die Globalisierung ist eine Anpassung einer einzigen Weltkultur: Im Urlaub oder bei einem Auslandsaufenthalt wird es oft deutlich, denn man sieht überall die gleichen Marken, Werbeversprechungen und somit auch die selben Ideale. Regionale Spezialitäten, Bräuche, unterschiedliche Mode und das alte Wissen wurden seither erheblich verdrängt. Mit der Selbstversorgung holt man sich seine eigene Identität zurück, denn die eigenen Produkte gibt es so nirgendwo sonst!

Scaled Image 118 2
Regionale Öko- und Wochenmärkte sind eine Antwort zur Globalisierung und geben den Menschen ein Teil ihrer Identität zurück! Wie hier auf dem Ökomarkt im Hansaviertel in Berlin.

Via moderne Medien gelingt es den multinationalen Unternehmen einen weltweiten Lebensstil vorzugeben, wo Statusprodukte wie Autos, Technik, Billigmode oder andere Trends die Lebensinhalte und die Lebensziele der Menschen sind. Deshalb ist dieses Modell perfekt zugeschnitten für die Eroberung der Welt durch die Banken…

GRUND 3: BANKEN & DRITTE WELT

Die Finanzelite schuf in den letzten hundert Jahren ein System, mit dem sie die Welt diktieren können. Das aktuelle Finanzsystem, auch “Federal Reserve System“ genannt, besteht in dieser Form seit 1910 und wurde damals von Bossen mächtiger Banken und einer Hand voll politischer Figuren ins Leben gerufen (u.a. Rockefeller, Morgen, Rothschild und Warburg). Wie sich später herausstellte, geschah dies unter völliger Geheimhaltung auf der Insel Jekyll Island (siehe Quellen: u.a. Plummer u. Griffin).

Wenn es ihr Plan gewesen war, ein neues “Währungssystem“ zu erschaffen, dass kriminelle Machenschaften in ein “legales“ System verwandelt, waren sie wohl sehr erfolgreich damit. Dieses System zur Erstellung von Macht und Profit ist einmalig in der Menschheitsgeschichte und ist bis heute der Grundstein für die Beherrschung der Welt durch eine kleine Finanzelite. Es ermöglicht den Banken aus dem nichts Geld zu schöpfen, sobald ein Kredit ausgegeben wird. Ein einfaches Beispiel dazu:

Jemand leiht von der Bank einen Kredit von 10.000 Euro. Dieser Betrag wird dem Kreditnehmer von der Bank als Guthaben zugeschrieben, obwohl dieses Geld real nie existierte. Bei der Bank taucht diese verliehene Summe lediglich als “Aktivposten“ auf. Der Kreditnehmer muss diesen Betrag, plus 1% Zinsen zurückzahlen. Wenn dies geschehen ist, werden die “erschaffenen“ 10.000 Euro wieder gelöscht, als hätten sie nie existiert und die Zinsen, reale 100 Euro gehen als “Verdienst“ an die Bank.  

Man kann sich vorstellen, warum riesige Kredite für die Banken von größerer Bedeutung sind.

Aufgrund der steigenden Menge an ausgestellten Krediten, wird der Wert der Währung verringert, weshalb man mehr Geld aufwenden muss, um Waren oder Dienstleitungen zu kaufen. Die meisten großen Banken benutzen das Geld der Einleger für Investitionen in der Rüstungsbranche oder anderer Großindustrien. Wenn es dazu kommt, dass eine Bank, durch ihren eigenen Leichtsinn zahlungsunfähig wird, also keine Einlagen mehr hat, obwohl Kunden ausgezahlt werden möchten oder weil Kredite “geplatzt“ sind (die Unfähigkeit des Schuldners zur Rückzahlung des Kredites, sowie der Zinsen), dann ermöglicht dieses System, dass alle Bürger, mit Steuerzahlungen die Bank “retten“ müssen.

Nun kann man sich schon besser vorstellen, dass die Banken keine wirkliche Interesse daran haben, eine Rückzahlung ihrer Schuldner zügig zu erhalten. Je größer die Verschuldung, desto größer auch der Gewinn (durch die Zinsen) für die Bank. Das macht Regierungen und arme Volkswirtschaften zu den attraktivsten Bankkunden überhaupt, denn sie können somit in die größte Abhängigkeit gebracht werden, während die Banken ihren Reichtum erzocken können. Die US-Finanzinstitutionen “Weltbank“ und “Internationaler Währungsfond“ (IWF), die nach außen den Anschein seriöser Behörden vermitteln, überhäufen korrupte Regime und arme Volkswirtschaften mit solchen Krediten (siehe Quellen: u.a. Plummer u. Griffin).

Weiterführende Links zu diesen beiden Institutionen habe ich am Ende des Artikels gelistet…

Dass dieses System dem Gemeinwohl diene, scheint mir wie ein Farce aus George Orwells Zukunfstvisionen. Ist es nicht sehr zynisch aus Ländern der “dritten Welt“ sogenannte “Entwicklungsländer“ zu machen, obwohl sie wegen der Kredite in noch größere Armut getrieben werden? Viele Länder wurden ungewollt in das Haifischbecken  namens “Markt-wirt-schaft“ gestoßen, ohne schwimmen zu können. Argentinien ist eines von vielen Beispielen, wo zu erkennen ist, wie ein Land im Sumpf der Schulden versinkt, nachdem es mit Krediten zugeschüttet wurde. Aufgrund der Auflagen und Richtlinien der Kredite, ist die Industrie gerade fleißig dabei “Wachstum“ umzusetzen und somit das Land ressourcen-technisch auszubeuten: Pestizide, Monokulturen und somit die Vergiftung unseres Makrokosmos Erde sind die Folgen…

Im TV, Radio oder im Netz wird bei diesem Vorgehen sogar von “Entwicklungshilfe“ geredet, was mir eher wie ein ironisches Meisterwerk vorkommt. Schuldenerlasse werden mit heroischen Taten gleichgestellt, denn niemand schaut auf die strengen Auflagen, welche lediglich die Staatsschulden auf eine andere Ebene verteilen (Abgabe der Souveränität und Unabhängigkeit). Die Auflagen der Kreditvergabe sind bereits sehr streng und beinhalten u.a. billigen Exportzwang.

Anhand realer Beispiele werden in diesem Text die Auswirkungen der Auflagen deutlich…

Die Bauern der “Entwicklungsländer“ sind somit zum Export ihrer Güter gezwungen, während das eigene Volk Hunger leiden muss. In Folge dessen siedeln sich Firmen und Investoren aus dem Ausland (Industrienationen) dort an, die diese Länder als günstige “Produktions-  oder Ressourcen-Länder“ benutzen oder besser gesagt “besetzen“! Das ist schließlich  der Kern des modernen Imperialismus.

Da Deutschland Mitglied dieser Institutionen ist, sind alle deutschen Steuerzahler dazu gezwungen, dieses geopolitische Machtspiel zu unterstützen. Was ohnehin beim shoppen mit der Kreditkarte, in einen  noch größeren Maßstab passiert!

Selbstversorgende Gemeinden und Ökodörfer sind erprobte Mittel zur Unabhängigkeit aller Menschen der 3. Welt und helfen ihnen dabei, ihre Würde zurückzuerlangen. Sobald Familien oder Gemeinden sich mit Lebensmitteln und Energie versorgen können, werden sie unabhängig vom Export ihrer Produkte, sowie vom Import industrieller Nahrung.

Mehr Infos über Ökodörfer und Links dazu in meinem Artikel: Heute die Welt von morgen: Ein Ökodorf

Autos, Villen und die neueste Technik sind zurzeit die Top 3 der populärsten Errungenschaften auf der Bühne des Konsumzeitalters, weshalb wohl die “günstigen“ Kredite von der Bank so attraktiv erscheinen.

Kann das Landleben den Reiz des Konsums im Keim ersticken? Wohl kaum allein, denn dafür braucht es ein Umdenken der Menschen. Doch sobald Konsumprodukte von “der Zeit“ als begehrtestes Luxusgut abgelöst werden, scheint der Erlösung vom Kaufen nichts mehr im Wege zu stehen…

… Die Fortsetzung mit Grund 4: Zeit, sowie Gründe 5,6, und 7 im 2. Teil meiner Serie “10 Gründe um Selbstversorger zu werden“ folgt bald!

10 Gründe um Selbstversorger zu werden: Teil 1 von Johannes Wachsmuth

Quellen, weiterführende Links und Inspirationen:
BMZ /  BPB DWReportage WDR /  Weltbank und die Palmöl-MafiaWeltbank und Internationaler Währungsfond wollen Probleme lösen, die ohne ihre Politik überhaupt nicht entstanden wären / Humane Wirtschaft / Weltbank und Urwald-Abholzung / Weltbank und Menschenrechte / Weltbank holt mehr raus als sie geben / Kritischer Artikel IWF u. Weltbank / DWN Artikel IWF / Europ. Länder mit IWF Krediten / IWF und Weltbank Anspruch und Wirklichkeit / Weltbank und KlimawandelWeltbank und KlimawandelWeltbank und Klimawandel / Weltbank: Gegen die Armen statt gegen die Armut /  Joseph Plummer – Betrügerisches Geld / G.Edward Griffin – Die Kreatur von Jekyll Island 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s