10 Gründe um Selbstversorger zu werden: Teil 3

In dieser dreiteiligen Serie stelle ich 10 Gründe vor, wieso die Selbstversorgung ein Ausweg bzw. eine Antwort zu vielen sozialen, politischen, sowie kulturellen Problemen sein kann und für viele eine globale Lösung darstellt… 

Natürlich haben u.a. Ärzte, Anwälte, oder Händler ihre Plätze in einer Gesellschaft, die allerdings ebenfalls von Selbstversorger-Höfen profitieren, die eine Region mitversorgen können und Gemeinden zu unabhängigen Organismen formen… 

Und noch etwas: Wenn hier von “Selbstversorgern“ die Rede ist, sind nicht nur diejenigen gemeint, die sich zu 100% selber versorgen, sondern auch die Menschen, die z.B. lediglich ihre eigenen Erdbeeren anbauen, ihre Seife selber kochen oder sich mit Kräutern aus der Natur versorgen. All diese Selbstversorger sind ein wichtiger Teil der leisen Revolution!… 

Hier nun der Überblick zu der dreiteiligen Serie “10 Gründe um Selbstversorger zu werden“:

Teil 1
Grund 1 : Selbstbestimmung & Kreativität
Grund 2: Wachstum & Globalisierung
Grund 3: Banken & dritte Welt
 
Teil 2 
Grund 4: Zeit
Grund 5: Natur
Grund 6: Gesundheit
Grund 7: Krebs
Teil 3
Grund 8: Moderne Landwirtschaft & Massentierhaltung
Grund 9: Erdöl & Plastik
Grund 10: Krieg & Flucht

 

GRUND 8: MODERNE LANDWIRTSCHAFT & MASSENTIERHALTUNG

Die moderne Landwirtschaft ist gescheitert und offenbart uns, dass der Traum vom Schlaraffenland auf diesem Weg Illusion bleibt. Ganz im Gegenteil, denn der weltweite massive Einsatz  von Pflanzengiften, Monokulturen und Kunstdünger verwandeln die fruchtbaren Humus-Böden der Erde, zu unfruchtbarer Wüste, wo in Zukunft kein Leben mehr möglich sein kann.

Großgrundbesitzer, multinationale Konzerne der Lebensmittel- und Energieindustrie, sowie Spekulanten der Finanzelite sind die einzigen Gewinner dieser zentralisierten Landwirtschaft, mit der zwar ein Haufen Geld verdient werden kann, doch vor allem der Natur großen Schaden zufügt, inklusive den Menschen, Tieren und Pflanzen, die schließlich Nahrungsmittel aller Lebewesen sind.

Der Gedanke, dass eine große industrielle Landwirtschaft benötigt wird, um “die Welt“ ernähren zu können, die wohlmöglich bald 10 Milliarden Menschen beherbergt, stellt sich nun als großes Missverständnis heraus. Das Hunger- sowie Armutsproblem der dritten Welt, wächst parallel zur industriellen Landwirtschaft und die Abhängigkeit der Bauern vom Weltmarkt, sowie ihre Gutgläubigkeit bezüglich den Versprechungen der Chemieindustrie, eröffnet für sie einen traurigen Teufelskreis.

Diese industrielle Landwirtschaft ist abhängig von fossilen Energien, die nicht erneuert werden können. Alle Kunstdünger weltweit werden aus den fossilen Brennstoffen wie Erdöl oder Erdgas hergestellt und machen somit konventionelle Lebensmittel zu Produkten der Energie-Industrie.

Die Massentierhaltung, als wichtigster Sektor der modernen Landwirtschaft, frisst nicht nur am meisten fossiler Brennstoffe, zum Beispiel in Form von Kunstdünger zur Erzeugung der Tiernahrung, sie belastet ebenfalls die Atmosphäre durch den enormen Ausstoß von Kohlenstoffdioxid. Der Wald als Lunge der Erde, kommt kaum noch nach, die großen Mengen CO2 in Sauerstoff zu transformieren, denn täglich werden riesige Teile des Regenwaldes abgeholzt, eben hauptsächlich wegen neuer Flächen für die Massentierhaltung. Das zeigt, dass dieses Problem des “Klimawandels“ eben doch ziemlich real ist! Solange Regenwald abgeholzt wird, scheinen alle Versuche das Weltklima zu stabilisieren wie eine Farce.

Scaled Image 5
Kartoffeln so weit das Auge reicht! Aufgrund des niedrigen Marktpreises, ist es für den Bauern der modernen Landwirtschaft lukrativer auf eine Monokultur zu setzen, doch das leitet seine Abhängigkeit von Pflanzengiften, und somit den Teufelskreis ein: Da nur eine Pflanzenart auf dem Feld wachsen kann, wird Lebensraum für vielerlei Organismen verhindert, deshalb treten einzelne Insekten als Invasion auf, da sie keine natürlichen Fressfeinde haben, und somit kommt es zum Einsatz von Pflanzengiften (Insektizide, sowie Herbizide). Mit der Zeit werden die Insekten, Pilze  und Unkräuter immun dagegen, weshalb neue Gifte herhalten müssen. Also ein perfektes System für die Chemie- und Agrarindsutrie und ein Teufelskreis für Bauer, Verbraucher und Umwelt!

Aufgrund der Überflussproduktion von Nahrungsmitteln, werden bei uns täglich tonnenweise Essen weggeschmissen, schon bevor es die Ladentheke erreicht. Die Menschen der sogenannten “Entwicklungsländer“, können sich dagegen ihre einheimischen Lebensmittel gar nicht mehr leisten, da sie aufgrund von Exportzwang exportiert werden müssen.

Mittlerweile geht es soweit, dass in einigen Ländern, wie zum Beispiel Rumänien oder Bulgarien, der größte Teil der Landwirtschaft in die Hand von Investoren und Großgrundbesitzern aus China oder auch anderen Staaten fällt (“Landgrabbing“), die somit über den Versorgungssektor einer anderen Nation bestimmen. Wenn man zu diesem Zusammenhang die mangelnde Selbstbestimmung und Souveränität einer Nation bemängelt, wird man heute schnell in die rechte Ecke gedrängt. Doch sobald Deutschland seine restliche Souveränität an die Europäische Union abgibt, (mit Abkommen wie u.a. TTIP oder CETA und anderen transatlantischen Anpassungen der EU), werden die deutschen Äcker zu Großgrundbesitz amerikanischer Firmen und der Gen-Mais aus Übersee erhält Einzug in Europa. Somit wird die Schattenseite dieses “Europa ohne Grenzen“ deutlich und offenbart, dass unabhängige Regionen eine größere Chance haben, die Welt nachhaltig zu verändern und sich trotzdem friedlich zusammenschließen können, auch ohne Grenzkontrollen und “Nationalstaat“, aber eben auch ohne Zentralgewalt!

Die weltweite Ökodorf-Bewegung zeigt, dass es eine globale Lösung gibt: Selbstversorgende Gemeinden, die sich somit vom Weltmarkt unabhängig machen, den einheimischen Bauern ihre Würde wieder geben und gesunde Lebensmittel produzieren, die keine Pestizide und Kunstdünger benötigen, da es sich dabei nicht um die unnatürlichen Monokulturen der industriellen Landwirtschaft handelt, wo lediglich der Ertrag im Fokus steht, sondern um eine kleinbäuerliche Landwirtschaft, die wieder auf die Pflanzen- und Tiervielfalt setzen kann, da die Gesundheit der Erde, sowie der Menschen nun im Mittelpunkt stehen können.

Der Schlüssel liegt in der regionalen Ausrichtung der Gemeinden, Höfe und Selbstversorger. Somit könnten sich alle Regionen der Welt selbst ernähren, auch mit 10 Milliarden Bürger, denn umso mehr regionale Betriebe, die eben nur regionale Ressourcen benutzen und diese in einem kleineren Maßstab wieder leichter ersetzen können, desto mehr Unabhängigkeit von der umweltzerstörenden Gangart der zentralisierten Landwirtschaft.

GRUND 9: ERDÖL & PLASTIK

Um dem “Shopping-Zeitalter“ gerecht zu werden, benötigt es eine Menge Treibstoff, in Form von fossilen Brennstoffen, vor allem Erdöl. Plastik, Kunstfasern oder eben Kunstdünger werden aus diesem Stoff hergestellt. Autos, Maschinen und große Fabriken sind ebenfalls davon abhängig. Also wird klar, dass dieser Sprit das gigantische Rad des Kapitalismus antreibt!

Gäbe es kein Erdöl mehr, würden dann die gigantischen Fabriken, Monokulturen und Massenwaren der Vergangenheit angehören? Zumindest müsse man sich dann wieder auf die einfachen, sowie umweltschonenden Mittel der bäuerlichen Landwirtschaft, erneuerbarer Energien, sowie des regionalen Handels einlassen, ohne stetiges Wirtschaftswachstum, was ohnehin bereits seinen Höhepunkt erreicht haben sollte.

Doch dieses System hat schließlich eine kleine Elite hervorgebracht, die aus Managern, Bänker, Funktionären und Magnaten besteht, denen das Erdöl direkt oder indirekt zu einem Ultra-Reichtum gebracht hat. Der Einfluss dieser Elite auf geopolitische Ereignisse ist enorm, da schließlich das Wohlergehen ganzer Volkswirtschaften von der Marktteilnahme (Import/Export) abhängt.

Um diesen stetig wachsenden Produktionsmotor laufen zu lassen, werden die Ressourcen der Erde erschöpft und Erdöl in unbegreiflichen Massen an die Oberfläche gepumpt. Das darwinistische Weltbild, was alle Lebewesen zu Feinden untereinander erklärt und die Elemente der Natur voneinander separiert, bildet die Grundlage für dieses Vorgehen. Es gäbe wohl weniger Ausbeutung, wenn ebenfalls die andere Hälfte der Natur wahrgenommen würde, die der Verbindungen, Resonanz und Liebe!

Die Ablagerungen von Biomasse unter der Erdoberfläche (gespeicherte Sonnenenergie), die der Ausgangsstoff für das Erdöl sind, werden heute lediglich als Abfall betrachtet. Doch die Natur kennt eben keinen Abfall und kompostiert organisches, sowie mineralisches wie es überall vorkommt. In der Natur hat alles seinen Nutzen und die Elemente stehen ununterbrochen in Verbindung zueinander, weshalb es Konsequenzen nach sich ziehen muss, wenn eine Ressource vollkommen entnommen, und eben nicht ersetzt wird.

Chemisch veränderte Stoffe wie Plastik, können nur sehr schwer und langwierig in den Kreis der Natur zurückgegeben werden, weshalb die entnommene Energie (z.B. in Form von Erdöl) nicht zur Erde zurückfließt und uns düstere Zukunftsaussichten beschert.

Die Meere sind bereits mit Mikroplastik überschwemmt und am Nordpol wurden die ersten angeschwemmten Plastikmüll-Berge gefunden. Um in Zukunft unseren Kindern eine gesunde Erde bieten zu können, müssen alle entnommenen Ressourcen mindestens gleichwertig ersetzt werden. Mit Plastik ist das leider nicht möglich.

Selbstversorger, die ihre Zahnpasta, Waschmittel oder andere Dinge selber machen, umgehen die heimlichen Plastiksünden des Alltags, denn Verpackungen, Tuben und Behälter sind meist aus Plastik und können somit umgangen werden.

Ein regionaler Selbstversorger-Hof mit nachhaltiger Ausrichtung, kann seine benötigte Energie selbst erzeugen, ohne vom Netz und somit von fossilen Brennstoffen, oder von Atom-Energie abhängig zu sein. Photovoltaik, Wasser- und Windkraft sind Formen zur Elektrizitätsgewinnung, die in einem regionalen Maßstab absolut befriedigend, und bestens erprobt sind…

GRUND 10: KRIEG & FLUCHT

…Dass Technik, Elektronik und andere moderne “Errungenschaften“, ebenfalls mit erneuerbaren Energieformen hergestellt und benutzt werden können, ist bereits allseits bekannt. Doch die “grüne Energie“ wird heute nicht als Ersatz für die fossilen Brennstoffe, sondern zusätzlich eingesetzt, damit weiterhin “Wachstum“ betrieben werden kann. Doch unendliches Wachstum ist in einer materiell unendlichen Welt unmöglich. Die größte Motivation für die Industrie auf erneuerbare Energien zu setzen, ist wahrscheinlich nicht der “grüne Gedanke“, sondern die Tatsache, dass die fossilen Energiestoffe zur Neige gehen.

Das Erdöl, was unter dem amerikanischen Kontinent in einem unglaublich rasanten Tempo hochgeholt wurde, scheint bereits aufgebraucht, weshalb wohl seit einigen Jahren weltweit der Kampf um die Vorherrschaft dieser wichtigsten Energieressource auf Hochtouren läuft.

„Wenn die Menschen erfahren würden, dass ihre Söhne in den Krieg ziehen, nur damit man zu Tiefpreisen shoppen, oder mit dem Geländewagen durch die Innenstadt düsen kann, dann würde niemand einen solchen Krieg für gut heißen!“

Das kann man so sehen oder eben nicht, doch ändern kann es nur der Konsument, der nicht mehr zu den Produkten greift, die aus fossilen Brennstoffen hergestellt werden oder für deren Produktion fossile Energiemittel herhalten müssen.

Wo es Kriege gibt, fliehen die Menschen. Grenzkontrollen, geschlossene- oder offene Grenzen sind zwar diskussionswürdige Themen, doch die Wurzel des Problems kann damit nicht angegangen werden. Die Mehrheit der Menschen muss von alleine dahinter kommen, dass unsere heutigen Kaufentscheidungen, Fluchtgründe von morgen sein können! 

IMG_3632
Gemeinschaftsgarten in Potsdam. Auch so kann Landwirtschaft aussehen: Mischkulturen bieten Lebensraum für Insekten, der Boden wird nicht einseitig belastet und Gifte verlieren an Bedeutung!

Obwohl viele Konsum-Produkte davon betroffen sind, die nur auf den ersten Blick nichts damit zu tun haben, wie Plastiktüten, Kerzen (nicht die aus Bienenwachs), oder Deos, sind mittlerweile der Verzicht darauf, das bewusste Einkaufen, oder das Selbermachen immer öfter zu erkennen und viel beliebter als noch vor einigen Jahren: Supermärkte verbannen Plastiktüten, “Unverpackt“, eine neue “alte Form“ von Lebensmittelläden, erobern deutsche Städte, ebenfalls die vielen Gemeinschaftsgärten, die sogar auf Dächern oder in Parks angelegt werden und das Motto: “do it yourself“ wird auch immer populärer! Dieser Impuls macht Hoffnung auf eine gesunde Zukunft und eine Abkehr von der aktuellen Selbstzerstörung der Menschheit!

10 Gründe um Selbstversorger zu werden: Teil 3 von Johannes Wachsmuth

 Quellen, weiterführende Links und Inspirationen:
Landgrabbing / Landgrabbing 2Plastik am Nordpol / Unverpackt / Ein neues Wir / Der Sache wegen / Rüdiger Dahlke – Woran krankt die Welt?

 

 

 

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s