Die Verfremdung von der Natur

Der moderne Mensch sieht sich eher als Maschine anstatt als Geschöpf der Natur. Grund dafür ist die Betrachtung der Welt aus Sicht unserer heutigen Kultur: Der menschliche Kopf wird mit einem Computer gleichgestellt, während die Gefühle mit chemischen Molekül-Reaktionen erklärt werden. Alles wird also auf eine rein stoffliche Ebene reduziert und in Einzelteilen betrachtet, anstatt innerhalb des „großen Ganzen“. Doch beim zusammensetzen der Stoffe stößt diese Wissenschaft an ihre Grenzen, denn das geistig-seelische findet keinen Platz darin. Eine sehr gute Imagination dessen erfahren wir in der Geschichte des Frankenstein-Monsters: Anstatt einen Menschen, bastelt Doktor Frankenstein aus einzelnen Stoffen ein seelenloses Monster.

MENSCH ODER MASCHINE?

Diese rein stoffliche (materialistische) Wissenschaft versteht sich selber als die einzig wahre und endgültige Sichtweise. Ein Biologe lehrt von den „Ursprüngen“ in der gleichen Art und Weise wie es z.B. ein Ingenieur macht, der aber im Gegensatz zu ihm, Erfindungen des menschlichen Intellekts behandelt.

Genau wie im Mono-Theismus, wo der jeweilige Glaube als einzig wahrer angesehen wird, verhält es sich mit dem Materialismus als Welt-Glaube. Doch die materialistische Weltanschauung ist nur eine von vielen kulturellen Weltanschauungen. Andere Kulturen, die sich noch nicht so weit von der Natur abgesondert haben, sahen die Welt ganzheitlicher und leugneten weder den Geist, noch die Seele in der Natur. Da waren es noch die Wesen der Pflanzen, die die Krankheiten heilten oder die Menschen ernährten und nicht nur die isolierten Stoffe, sowie molekularen Verbindungen, wie es heute strikt gelehrt und angenommen wird. Im Gegensatz zu älteren Kulturen und Naturvölkern, glauben die Menschen in der heutigen Kultur, dass ihre Betrachtung der Natur allumfassend und endgültig ist, obwohl diese nur an der Oberfläche kratzt.

Nun stellt sich die Frage, was für einen Weg der Mensch im Laufe der Evolution gehen wird, wenn der menschliche Geist verschwindet? Wenn der Geist verleugnet, nicht mehr benutzt und somit ausradiert wird, entwickelt sich der Mensch zu dem, was er schon längst zu sein glaubt: eine Maschine!

Die Menschen sind auf einem rasanten Weg dahin, da sie bereits wie Roboter „leben“: Nahrung wird in Massen und so billig wie möglich hergestellt, da sie schließlich nur als „Sprit“ dient, wie das Öl für die Maschinen. Da liegt es sehr nahe, dass die heutige wissenschaftliche Landwirtschaft Stickstoff aus Mineralöl benutzt, um die riesigen Monokulturen zu düngen, was somit künstliches Gemüse produziert, die der Mensch dann als unnatürliche Nahrung in sich aufnimmt.

DER TEUFELSKREIS DER MODERNEN LANDWIRTSCHAFT

Für die „moderne“ Wissenschaft macht es keinen Unterschied ob ein Stoff, wie zum Beispiel der Stickstoff, den die Pflanzen für u.a. ihren Wachstum brauchen, aus Mineralöl oder aus organischem Kompost gewonnen wird. Da die Stoffe isoliert betrachtet werden, sind keine Unterschiede messbar, weshalb für sie auch kein Unterschied in der Düngung der Nahrungsmittel existiert. Dies gab den Anreiz für die Industrien Mineraldünger herzustellen, der in viel größeren Massen und günstiger zu produzieren ist als der stinkende Kuhmist.

Die Kunstdüngung veränderte die Welt grundlegend und bescherte den Menschen katastrophale gesundheitliche Folgen. Woher kommt es, dass jedes Jahr etwa 15 Millionen neue Weltbürger an Krebs erkranken? Ein Phänomen was ausschließlich in unserer Kultur anzutreffen ist. Dieser Frage ist man unvermeidlich konfrontiert, wenn man dieses Thema von allen Seiten betrachtet. Doch nun der Reihe nach:

In der Mitte des 19. Jahrhunderts veröffentlichte der Chemiker Justus von Liebig seine „Mineraldünger-Theorie“, die davon ausgeht, dass alle Stoffe die nach einer Ernte dem Boden entzogen worden sind, wieder zurückzuführen seien.  Man müsse sich also nicht mehr mit Tierkot abgeben, da man auch mit Stickstoff, Phosphor und Kalium aus mineralischen Salzen düngen könne.

Darauf begann die industrielle Herstellung von Kunstdünger, wofür man zuerst Knochen von gefallenen Soldaten benutzte. Zu diesem Zeitpunkt schien die Vorstellung eines Schlaraffenlandes in greifbarer Nähe zu sein. Doch stattdessen war es der Startschuss für die industrielle Landwirtschaft und somit für die Entstehung von Mega-Konzernen der Lebensmittelindustrie. Für die industriellen Landwirte und Großgrundbesitzer war von nun an der Ackerboden lediglich ein Rohstoff zur Gewinnung von Zucker und Stärke, um im „Wettbewerb“ der globalen Wirtschaft mitspielen zu können. Kleinbauern und Gärtner interessierten sich Anfangs noch wenig für die „neue Landwirtschaft“.

Im Ersten Weltkrieg entwickelte man in Deutschland das „Haber-Bosch-Verfahren“, was auf Stickstoffverbindungen basiert und für die Herstellung von Sprengstoff diente. Neue Fabriken wurden errichtet, die nach Ende des Krieges bestehen blieben, um die vorhandenen Kapazitäten zur Herstellung von Kunstdünger zu nutzen. Nun wurde der Schauplatz des Krieges auf die Äcker verlegt und man stellte Insektizide (Pflanzenschutzmittel) her. Da die Genfer Konventionen die Vergiftung von Menschen verbieten ließ, wurden die Mittel umfunktioniert und man verseuchte stattdessen die Tierwelt, das Grundwasser und somit auf Umwegen auch wieder den Menschen.

Nehmen wir zur Veranschaulichung eine „makellose“ Tomate aus dem Supermarkt, die mit solchen chemischen Mineralstoffen gedüngt und in einer Monokultur, im Treibhaus gezüchtet wurde. Ihre Umgebung wurde mit chemischen Mitteln (Insektizide) „gesäubert“ und von sogenannten „Schädlingen“ befreit. Diese Pflanze wird somit von ihrer Umwelt isoliert und kann keine Verbindungen mit ihr eingehen, was sie zu einem Fremdkörper macht.

Außerdem „versalzt“ der Kunstdünger den Ackerboden, weshalb die dort  lebenden Mikroorganismen absterben, die eigentlich für die Herstellung des fruchtbaren Humus verantwortlich sind. Als Heilung schickt die Natur Insekten und Pilze um die Pflanze wieder dem Erdboden gleichzumachen, um als Nahrung für die Mikroorganismen zu dienen. Wären da nicht die chemischen Tötungsmittel der Menschen die das verhindern!

Die materielle Hülle einer kranken und isolierten Pflanze, wird also nur durch den mineralischen Kunstdünger aufrecht erhalten. Die Zellen werden mit anorganischen Stoffen, anstatt mit organischen aufgebaut. Mit dieser scheinbar makellosen Frucht nimmt der Mensch eine kranke Pflanze zu sich, die auch kranke Informationen vermittelt und ihn weiter von der Natur isoliert.

Auf der anderen Seite  steht die „normale“ Tomate, die biologisch, also ohne Kunstdünger, sondern mit organischem Kompost und in Mischkultur mit anderen Pflanzen aufgezogen wurde. Im Gegensatz zu einer Monokultur, wo auf riesigen Feldern nur eine Pflanzenart wachsen darf, wird der Boden bei der Mischkultur nicht einseitig belastet. Durch die Erhaltung einer natürlichen Umwelt, wo alle Insekten eine Daseinsberechtigung haben und ein Teil eines gesunden Ökosystems sind, kommt es zu keinem unnatürlich großen Insektenbefall, weshalb niemals chemische Mittel notwendig wären. Die zweite Tomatenpflanze ist somit ein Bestandteil eines gesunden Organismus‘, wo kosmische Elementarkräfte ungehindert auf sie einwirken können, da sie dafür alle Organismen wie u.a. die Mikroorganismen im Boden, die Insekten oder die Würmer als Mittler benötigen. Neben dem kleinen mineralischen Anteil in einer Tomate, machen die Elemente Wasser und Luft den größten Teil aus und sind Träger von kosmischen Impulsen. Der Bauernphilosoph Arthur Hermes sagte einst dazu:

„Mit Hilfe dieser Elemente sind Pflanzen Antennen oder Sinnesorgane der Mutter Erde. Sie nehmen die kosmischen Schwingungen auf und wandeln sie um, so dass sie den Menschen und Tieren als Nahrung dienen können. Gesunde Nahrungspflanzen, besonders die kieselhaltigen Getreide, naturgedüngt und nach Sternzeichen ausgesät, sind mit Himmelskräften gesättigt. Sie bilden die Grundlage unseres geistigen Schaffens, öffnen uns den wahren geistigen Imaginationen und geben dem Willen die Kraft, notwendige Anstrengungen zu vollbringen. Das können die mit Kunstdünger und Giften aufgepäppelten Gewächse kaum. Sie quellen schwammartig auf und werden schwer, aber die unwägbaren Qualitäten mögen sie kaum so richtig vermitteln.“

Beim Verzehr einer solchen Frucht nehmen wir viel mehr zu uns als nur die mineralischen Stoffe, sondern eine Vielzahl von Informationen, um die Kräfte unseres geistigen Schaffens zu mobilisieren.

Nahrung ist eine Verbindung zu Natur und gliedert uns in den Weltenorganismus ein. Wenn diese Verbindung unterbrochen wird, schickt die Natur auch zu uns Menschen „Regulierungsmaßnahmen“. Also wer wundert sich noch über die häufigen Krebserkrankungen?

WIE DER MENSCH DIE KENNTNISSE ÜBER SEIN WESEN VERLOR: DER MATERIALISMUS

Das materialistische Weltbild manifestierte sich bereits viel früher, als die spanischen und portugiesischen Seefahrer zum Ende des 15. Jahrhunderts aus der neuen Welt zurückkamen und die Syphilis mitbrachten. Die Menschen machten dafür die Natur verantwortlich und begannen sie als unhygienisch zu betrachten. So änderte sich auch der Blick auf das göttliche, das vorher überall in der Natur gesehen wurde. Nun war der „moderne“ Gott ein Uhrmacher, der die mechanischen Vorgänge des Lebens lenkt. Seitdem wurde die Natur in Einzelteilen zerlegt und der Blick auf das „Ganze“ ging verloren. Heute wird diese Betrachtung in Schulen und Universitäten weitergegeben, indem alles technisch und separiert gelehrt wird. Die Geisteswissenschaft hat somit ihren berechtigten Platz in der Naturwissenschaft verloren. Durch die Säkularisierung werden Wissenschaft, Kunst und Religion strikt voneinander getrennt. Doch ist Kunst nicht die Sprache des Geistes? Und die belebte Materie eine Inkarnation dessen?

Indem die Menschen ihren eigenen Geist, sowie den der Natur ignorieren, verlieren sie auch den Respekt zur ihr. Die Natur strebt als Organismus immer zum Leben und gesundet sich stets. Wer sich in Städten die kleinen Pflanzen und Wildkräuter anschaut, die sich  in winzigen Asphaltritzen oder auf Bahngleisen in den Himmel strecken, spürt regelrecht den Drang der Natur zum Leben. Durch die Entfremdung zur ihr, spüren die Menschen von heute nicht mehr, wie sie immer mehr ihre eigne biologische und spirituelle Grundlage zerstören und das natürliche Gefüge auseinander reißen. Deshalb werden Ressourcen in der Natur ausgebeutet und chemische Mittel eingesetzt, da man davon ausgeht, die Natur „säubern“ und beherrschen zu müssen.

Die heutige Auslegung der darwinistischen Lehre vom „Fressen und gefressen werden“, stellt sogar alle Wesen der Natur als Feinde dar, die ausnahmslos in Konkurrenz zueinander stehen sollen. Doch bei Betrachtung der Welt als einen großen Organismus, wird die Wichtigkeit jedes einzelnen Lebewesens deutlich, denn sie alle arbeiten wie Organe für- und nicht gegen diesen großen Weltenorganismus der Natur und übernehmen ihre essentiellen Aufgaben darin: Pflanzen produzieren Öle und Harze um Tiere und Menschen zu heilen, der Mensch schenkt den Pflanzen Kohlensäure, während die Pflanzen den Menschen Sauerstoff zum atmen geben, Insekten bestäuben Pflanzen und sind damit verantwortlich, dass die Tiere und Menschen pflanzliche Nahrung haben. Krankes und schwaches wird dabei von der Natur beseitigt und reguliert. Im menschlichen Körper finden wir diesen Organismus im kleinen Maßstab wieder: Die Galle produziert z.B. ihre Flüssigkeit nicht für sich selber, sondern auch im Dienste des ganzen Organismus‘!

… Somit ist alles miteinander verbunden und hat seinen berechtigten Platz im Mikrokosmos der Natur, sowie im Makrokosmos des Menschen. Wir sollten also zusehen, dass wir diese Gesund erhalten und selber ein gesundes Organ der Natur sind!

…Fortsetzung im 4. Teil: Die Rückkehr zur Natur