EIN AUFRUF – Die Gründung einer Öko-Gemeinde

Weltweit gründen Menschen Ökodörfer und Gemeinschaftsprojekte, um eine gemeinschaftliche Selbstversorgung zu betreiben, sowie eine ganzheitliche Entwicklung der Gemeinschaft zu gewährleisten. Kultur, Ökonomie und Ökologie werden dabei verknüpft, damit jeder Bürger seinen Platz innerhalb der Gemeinschaft findet, wo einem kreativen, individuellen, spirituellen, sowie naturnahen Leben, unabhängig von Lohnarbeit, Industrie und Banken nichts im Weg steht.

All diese Menschen haben verstanden, dass sich die heutige Gesellschaftsform im freien Fall befindet und die Grenzen des „Wachstums“ erreicht sind, weshalb gehandelt werden muss.

Dieses Lebensmodell der Zukunft ist die globale Lösung und bezieht sich auf eine regionale, sowie nachhaltige Lebensweise, ohne große Fußspuren zu hinterlassen.

UNSER AUFRUF

Auch wir wollen uns nicht isolieren und ein Fremdkörper einer kranken Gesellschaft sein. Wir möchten auch eine unterstützende Gemeinschaft aufbauen, um einen starken Gegenpol zu errichten.

Die heutige Gesellschaft folgt blind einem System, was auf Ausbeutung und Zerstörung aufgebaut ist. Geködert werden die Menschen mit unwesentlichen Konsumprodukten, für die es „Sinn“ macht viel zu arbeiten. Die Medien nehmen dabei einen zentralen Stellenwert ein und geben der heutigen Kultur ihre Form. Der ständige Konsum lässt eine kleine Elite unfassbar reich werden und gibt ihnen alle Entscheidungskraft um die Welt zu kontrollieren. Der globale Produktionswahnsinn nimmt keine Rücksicht auf die echte Lebensgrundlage der Menschheit: die Natur. Diese wird dermaßen vergewaltigt und ausgebeutet, nur damit man zu Tiefpreisen shoppen, oder täglich viel Fleisch in sich hinein stopfen kann…

mehr dazu in „Eine Kultur stellt sich vor“

Wir wollen eine Gesellschaft aufbauen, die sich genau davon distanziert und alle Menschen ansprechen, die ein nachhaltiges, ehrliches und naturnahes Leben führen wollen. Die Gemeinschaft soll dem Einzelnen Raum zur Selbstentfaltung gewährleisten, damit jeder seinen bestimmten Platz innerhalb der Gesellschaft findet, um wahres Glück zu erfahren. Es soll eine Werte-Gemeinschaft entstehen, die helfend und respektvoll miteinander umgeht und sich selbst versorgt, ganz unabhängig von den zerstörenden Industrien und Märkten. Wir wollen damit unsere Freiheit, die der Menschheit, wieder zurück gewinnen, uns loslösen von den Zwängen und der Unwissenheit der heutigen Kultur! Unsere Unabhängigkeit soll unser Wissen über die alten Handwerkskünste sein und unsere Sicherheit soll unsere gesunde biologische Nahrung, sowie Naturstoffe auf unserer Haut sein, keine Versicherungen oder Renten, denn das sind nur Illusionen einer kranken Welt, die wieder gesund werden muss!

 Hallo, wahres Leben! Das ist die leise Revolution!

DAS ÖKODORF

Und so könnte unsere Gemeinschaft aussehen:

  • Mehrere Familie, oder Einzelpersonen wohnen in Jurten, Bauwägen oder „Tiny Houses“ auf  verschiedenen, oder auf gemeinschaftlichen Grundstücken, die in naher Umgebung zueinander liegen. 

Das Land kann in Eigenbesitz des Gründers oder der Gemeinschaft sein, oder man richtet sich auf einen befreundeten Hof ein, wo ein aktiver Austausch stattfindet. 

Wenn es sich um Freizeitgrundstücke handelt, können möglicherweise Jurten aufgebaut werden. Dies ist mit der örtlichen Gemeinde abzuklären. 

  • Die Gemeinschaft soll individualistisch aufgebaut sein, damit der Entfaltung jeder einzelnen Persönlichkeit nichts im Weg steht. 

Im Individualismus steht die freie geistige und kreative Entfaltung des Einzelnen im Mittelpunkt. Dabei darf der Individualismus einer anderen Person nicht gefährdet werden.

Wir sind davon überzeugt, dass eine starke Gemeinschaft nur aus starken Individuen bestehen kann, die alle den gleichen Sinn im Leben erkennen, selbst Denken können und somit den Konformismus unserer Zeit hinterfragen. Es kommen also Leute zusammen, die aufgrund ihres eigenen Erkennens die gleichen Ziele haben, weshalb eine umso stärkere Gemeinschaft entsteht.

Diese Gemeinschaft ist also stärker und ehrlicher, als eine Gemeinschaft die nur einem System oder einer vorgegebenen Parole folgt, wie es im Konformismus der Fall ist.

In der heutigen Gesellschaft haben die meisten Menschen ähnliche Ziele (angesehenen Job, viel Geld, großes Auto), da sie einem vorgegebenen System folgen und nicht ihrem Herzen, wie es bei uns der Fall wäre!  Deshalb entsteht innerhalb dieser Gesellschaft auch keine echte Gemeinschaft und ist eher mit einem Geschwür zu vergleichen, wo die Zellen nicht mit- sondern gegeneinander arbeiten. 

  • Der Grundbedarf an Gemüse, Kartoffeln und Obst kann sich jede Familie selber in ihren Gärten anbauen oder in kleinen Gemeinschaftsgärten.

Manche möchten lieber in einem Gemeinschaftsgarten arbeiten, andere suchen ihren Rückzugsort im eigenen „Garten Eden“, um die Seele baumeln zu lassen. Wer von einem mehr und vom anderen weniger hat, tauscht einfach untereinander

  • Gemeinschaftlich wird Getreide angebaut, sowie Ziegen, Hühner und Bienen gehalten.

Ob man dafür zusammen eine geeignete Fläche pachten muss, oder ob auf den einzelnen Grundstücken genügend Platz vorhanden ist, wird sich zeigen.

Der eine liebt es, sich um die Bienen zu kümmern, den andern zieht es mehr zum Getreideanbau, weshalb eine wöchentliche Arbeitsplanung individuell gestaltet wird. Da eine natürliche Landwirtschaft (Permakultur) etabliert werden soll, fallen für diese Arbeiten weniger Wochenstunden an (im Gegensatz zum maschinellen Landbau). Somit hat der Einzelne mehr Zeit für seinen eigenen Garten, seine Familie und für eine freie Entfaltung. 

  • Regelmäßige Gemeinschaftstreffen gehören zum wöchentlichen Alltag der Gemeinde, während Aktivitäten und Projektplanungen die freie Zeit ergänzen können. 

Gemeinschaftliches Kochen, Musikabende oder Yoga können bei den verschiedenen Familien stattfinden, oder auf einer Gemeinschaftsfläche, während sich für die wöchentlichen Gruppentreffen ein großes Tipi (Indianerzelt) anbietet, was somit als Gemeinschaftsraum dient. 

Aber auch hier gilt, dass der eine lieber in Ruhe, im Kreise seiner Familie zu Abend isst, während ein anderer stetig unter Leuten sein Glück findet. Hier soll es keine Zwänge geben und auf den Individualist Rücksicht genommen werden. 

  • Alles was zu viel angebaut wurde, Töpferwahre oder andere Kunst kann gemeinschaftlich, oder privat auf Märkten angeboten werden.

Damit kann eine Gemeinschaftskasse gefüllt werden, wovon z.B. Stoffe gekauft werden können, die  wiederum Tania zu tollen Kleidern näht. Wer seine eigenen Produkte anbieten will, reichert so einfach seine Familienkasse an.

  • Nicht jeder kommt mit handwerklichen Kenntnissen oder dem „alten Wissen“ zur Gemeinde, weshalb ein gemeinschaftliches Erlernen im Alltag stattfindet. 

Zum einem wird viel durch die Praxis im Alltag erlernt, zum anderen können Einzelne ihre Fähigkeiten in Kursen weitergeben. Zum Beispiel kann Tania das Nähen beibringen und Johannes seine Erfahrungen im naturnahen Gartenbau teilen, während andere wiederum ihre Talente preisgeben.

  • Alle Entscheidungen fällt die Gruppe, denn es wird kein Anführer geben.

Gemeinschaftliches Anhören und Diskutieren ist wichtig, ohne andere Meinungen zu vergleichen oder zu bewerten. Jede Meinung und jeder Ausdruck soll von Bedeutung sein, damit einem harmonischem „Wir“ nichts im Weg steht. Wichtig ist ein achtsamer Umgang, wo das Zuhören den wichtigsten Stellenwert einnimmt.

  • Gewalt gegen andere aus der Gemeinschaft oder innerhalb der eigenen Familie ist ausgeschlossen.

Wer gewalttätig wird, egal gegen wen, muss damit rechnen aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Dies wird natürlich auch in der Gruppe entschieden.

  • Nachhaltigkeit soll der Ausgangspunkt aller Handlungen sein.

Ob Gemüse- und Landbau, Tierhaltung, Energiegewinnung oder Müllwirtschaft- im Mittelpunkt steht der nachhaltige Umgang mit der Natur und allen Ressourcen. Dies ist der Grundgedanke eines jeden Ökodorfes und braucht keiner weiteren Beschreibung, denn darum geht es schließlich auf der kompletten Homepage. 

Wenn wir Eure Interessen geweckt haben und Ihr auch auf der Suche nach einem Leben in einer solchen Gemeinschaft seid und dieses Projekt mit uns aufbauen wollt oder Ideen dazu habt, dann meldet Euch bei uns!

von Tania & Johannes Wachsmuth

Über folgendes Kontaktformular könnt Ihr uns diesbezüglich eine persönliche Nachricht schicken: