REZEPTE – (K)eine Anleitung zum Essen & Trinken

Rezepte sollten niemals als reine „Schritt für Schritt“ Anleitung verstanden werden, sondern eher als Inspiration. Nur so können neue Gerichte entstehen und bringen wirkliche Abwechslung auf den Speiseplan. Außerdem lernt man so besser mit den Zutaten umzugehen und ist später weniger von Rezepten abhängig. 

Das Kochen und Backen nach „Schritt für Schritt-Rezepten“ macht einen Abhängig von Rezepten und man lernt dieses uralte Handwerk kaum. Wir sind keine Maschinen, wo man einfach eine Formel eingibt, damit wir etwas produzieren. Wir sollten zuerst verstehen was wir machen, um frei und unabhängig zu werden. Dann kann man spielend leicht eigene Rezepte kreieren, aus sehr wenigen Zutaten, in kurzer Zeit!

Die meisten Rezepte schrecken viele Menschen ab, denn sie sind in der Regel viel zu kompliziert. Backen und Kochen geht viel einfacher als es oft beschrieben wird. Das kommt daher, dass die Autoren meistens mehr Ahnung über Zusatzstoffe, Stabilisatoren, Backmehl oder Natronlauge haben und weniger von echten Lebensmitteln. Außerdem sind die meisten Angaben in Kochbüchern zu strikt: Man geht wohl davon aus, dass jeder den gleichen Ofen oder die gleichen Produkte zu Verfügung hat.

Am besten man experimentiert und probiert neues aus, und vertraut dabei seiner Intuition. Man kann schonmal nichts falsch machen, wenn man Zusatzstoffe und viele Gewürze weg lässt, denn diese trüben den echten Geschmack der eigentlichen Lebensmitteln.

Eine natürliche Ernährung bezieht biologische und saisonale Produkten, die viel mehr Eigengeschmack haben, als das wässrige konventionelle Gemüse, dass nicht mehr frisch ist, da es von weit her kommt und deshalb Zusatzstoffe zur Geschmacksverbesserung benötigt. Weniger ist mehr: Ein gutes Gericht braucht nicht viele, sondern frische Zutaten, sowie einen schonenden Umgang. Natürlich ist das alles nicht so einfach, wenn der eigene Gaumen an viel Salz, raffinierten Zucker und Industrienahrung gewöhnt ist.

mehr dazu in „Rückkehr zur Natur“

Einige Lebensmittel wurden im Laufe der Zeit leider überzüchtet, um sie „wirtschaftlicher“ zu formen. Dazu gehört leider der Weizen, welcher schließlich das Grundnahrungsmittel Nr. 1 der westlichen Welt ist. In fast allen Snacks ist der überzüchtete Weizen enthalten und zusammen mit Zuckergetränken und Fast Food, verantwortlich für die zunehmende Fettleibigkeit unserer Zeit.

mehr dazu in „Die leise Revolution“

Deshalb bieten sich Ur-Getreide wie Einkorn und Emmer an, welche noch nicht viel von ihrer ursprünglichen Vitalität eingebüßt haben, im Gegensatz zum herkömmlichen Weizen. Mittlerweile ist es auch nicht mehr so schwierig dieses „alte“ Korn aufzutreiben, da es wieder von vielen Bio-Bauern angebaut wird.

Das Kleber-Eiweiß „Gluten“ ist in diesen alten Getreidesorten noch unverändert, weshalb zur früheren Zeit noch keine Gluten-Unverträglichkeit bekannt war. Die Krankheit „Zölakie“ ist auch eine der vielen schlechten Begleiterscheinungen des „modernen Weizens“ und resultiert aus der unnatürlichen Veränderung des Glutens, die durch die Überzüchtung entstanden ist. Ganz ohne Gluten ist der tolle Buchweizen, doch dazu gleich mehr…

BACKE BACKE KUCHEN, BROT UND PIZZA 

Die folgenden „Teig-Rezepte“ sollen als „Basis-Rezepte“ verstanden werden. Eigenes Hinzutun und Ausprobieren mit der Teig-Konsistenz macht großen Spaß, um persönliche tolle Brote, Fladen, Törtchen, Kekse, Pizzas oder Kuchen zu kreieren! Der Ausgang ist immer der selbe:

gemahlenes Korn (Mehl) + Wasser

Um ein Vertrauen für das Backen zu bekommen, muss man mit der Konsistenz eigene Erfahrungen machen. Es gelten folgende Erfahrungswerte:

sehr flüssiger Teig – gut für Pfannkuchen 

mittel flüssiger bis breiiger Teig – gut für Kuchen

breiiger bis fester Teig – gut für Fladenbrot bzw. Brot

fester Teig – gut für Cracker und Kekse

Dies gilt für alle Getreide oder Pseudogetreide, obwohl es sich natürlich in feinen Nuancen unterscheidet. Deshalb heißt es: Ausprobieren!

Alle unsere Back-Rezept sind äußerst einfach und kommen ohne Hefe aus. Die Ergebnisse sind keineswegs trocken oder hart. Gegen vieler Behauptungen lassen sich glutunfreie Mehle sehr gut zu Brote verbacken, die allerdings etwas flacher sein müssen (Fladen), wie die „gewöhnlichen“ Brote. Aber somit sind sie viel leichter herzustellen und im Geschmack auch sehr lecker und ausgewogen!

Unser persönliches Grundnahrungsmittel Nr. 1 ist der Buchweizen (Fagopyrum), der bis auf den Namen nichts mit dem gewöhnlichen Weizen (Triticum aestivum) zu tun hat. Da Buchweizen (ein Pseudogetreide) im Anbau weniger wirtschaftlich ist, wurde er bisher auch nicht überzüchtet und bleibt ein „Insider“ unter den Nahrungsmitteln. Zumindest in Europa, denn in Russland ist er weitaus mehr bekannt. Seine Eigenschaften sind sehr vielseitig und machen ihn zu einem Alleskönner in der gesunden Küche. Gerichte aus Buchweizen sind sehr leicht und gut zu verdauen, also auch bestens für den Abend geeignet.

„BUCHWEIZEN KLASSIKER“- DAS FLADENBROT

Man mische mit einem Löffel oder mit einer Gabel…

Buchweizenmehl + Wasser

…zu einem breiigen Teig.

… Das Hinzufügen von Salz, Rosmarin, anderen Kräutern, Rosinen oder Honig bleibt jedem selber überlassen. Oder man macht jeden Tag eine andere Version?

… Man streicht mit einem Löffel oder einer Gabel den Teig auf ein eingefettetes Backblech oder einem dunklen Backpapier (ungebleicht).

… Danach kommt es in den Ofen für etwa 20-30 Minuten, bei etwa 160°C-200°C.

… Lieber am Anfang das Fladen öfter kontrollieren, denn die verschiednen Öfen backen schließlich unterschiedlich schnell. Ein dünnes Fladen (etwa 3 cm) wird schneller fertig werden, als ein dickes. Wenn Du es knuspriger magst, dann kann es auch länger drin bleiben, wenn Du es weich magst, dann kann es früher heraus.

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Der „Buchweizen-Klassiker“ mit Leinsamen.

Dieser Fladen-Klassiker, der in der Bearbeitung etwa 5 Minuten dauert, kann auch ein „Reis-, Einkorn-, Emmer-, Dinkel-, Roggen-, Hafer-Klassiker“ werden. Alle haben ihr eigenes Aroma und ihre eigene Konsistenz. Doch das Rezept bleibt das gleiche!

Wer nun eine neue Leidenschaft gefunden hat, dem empfehlen wir eine eigene kleine Getreidemühle, denn dann kann man sein eigenes Mehl aus all den geliebten Getreide-, sowie Pseudogetreide-Sorten mahlen. 

Nachdem man dieses einfache Rezept ausprobiert hat und spielend daran arbeitet, wird man schnell merken, dass es nur der Ausgang für viele weitere tolle Rezepte, ob Pizza, Kaiserschmarren, Kekse, Klöse, Brezeln, Brötchen, Kuchen oder Cookies ist. Und all das lediglich mit biologischen Mehl und Wasser, plus die natürlichen Beigaben wie Kräuter oder Honig usw. Und man ist ein Stück mehr unabhängig vom ungesunden Einheitsbrei der Industrie!

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Aus dem „Buchweizen-Klassiker“ entstand bei uns ganz schnell eine Buchweizen-Pizza, eine Reispizza, eine Einkorn-Pizza usw…
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Wartet nicht lange um daraus einen dünnen knusprigen Apfelkuchen zu zaubern, denn draus wird schnell ein „Birnen-, Zwetschken-, Rhabarber- oder Pfirsisch-Klassiker“!

DAS SANFTE KOCHEN

Um die Nährstoffe und den echten Geschmack zu erhalten, darf man die Lebensmittel nicht zu stark erhitzen. In der Pfanne geht das relativ schnell, weshalb man mit Wasser als Gegenelement zum Feuer gute Abhilfe schaffen kann.

Viele Rohköstler sind davon überzeugt, dass gesunde Nahrung nicht erhitzt werden darf, doch dabei ist zu bedenken, dass Nahrung nicht nur unseren Leib, sondern auch unseren Geist und die Seele ernährt. Denn wer kennt das nicht: nach einem eiskalte Wintertag vollbringt eine warme Suppe oder ein Eintopf wahre Wunder und bringt uns wieder ins Gleichgewicht. Das Element Feuer steht einem dabei zur Seite. Im Sommer sieht das dann schon ganz anders aus, denn das Reifen der Früchte ist bereits der natürliche „Kochvorgang“ der Natur! Oft hat man dann sowieso weniger Appetit auf warme Speisen und tendiert zu kühlenden Speisen wie Tomatensalat oder Obst.

Um Nahrung zu verarbeiten, also um Kohlenhydrate in Stärke und Zucker zu verwanden, muss sie der Körper erst erhitzen, was Kraft kostet. Doch wenn der Mensch seine Speisen kocht, nimmt er dem Körper diese Arbeit ab. Es gibt Speisen, die der Körper auch ohne vorheriges Erhitzen sehr einfach verarbeiten kann, aber auch andere kohlenhydrathaltige Speisen wie Kartoffeln, oder Getreide, die dem Körper sehr viel Energie abverlangen würden, wenn man sie roh zu sich nimmt.

Doch es ist auch wichtig, dass der Körper seine Kräfte aufwenden muss, um nicht abhängig vom menschlichen Dazutun wird, weshalb rohe Speisen für eine ganzheitliche Ernährung auch sehr wichtig sind. Trotzdem ist darüber keine allgemeine Aussage zur treffen, denn es ist individuell sehr unterschiedlich: Den einen tut eine Rohkost-Ernährung sehr gut, während andere warme Speise für ihr wohlbefinden benötigen.

Passend dazu möchten wir ein ganz besonderes Winterrezept präsentieren, was auch sehr gut zum nächsten Thema passen würde, denn für uns ist es die beste Medizin für eine unangenehme Erkältung im nasskalten Winter: Borschtsch!

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An einem kalten Wintertag geht doch nichts über eine Schüssel Borschtsch und ein warmes Fadenbrot aus dem Ofen.

BORSCHTSCH – BESSER ALS MEDIZIN

Man schnippelt zu Beginn…

… einige Zwiebeln, eine ganze Knolle Knoblauch, Karotten und Rote Bete.

… und gibt diese in eine große Pfanne, wo bereits ein großes Stück geklärte Butter (Ghee, für Veganer: in etwas Wasser andünsten, *denn pflanzliche Öle sollten nichts erhitzt werden. Kokosöl ist zwar geeignet zum erhitzen, dazu noch sehr gesund aber die Produktion ist weder regional, noch nachhaltig) zerlaufen ist. 

… dann lässt man es einen Moment braten, sobald es zu heiß wird einfach etwas Wasser dazu geben, damit es nicht anbrennt.

… nun gibt man ein bisschen Apfelessig hinzu und lässt es auf mittlerer Stufe köcheln, am besten mit Deckel.

In der Zwischenzeit schnippelt man…

… einen Weißkohl (Minimum einen halben Kopf) zu Streifen und einige Kartoffeln zu kleinen Stückchen, sowie zwei weitere Zwiebeln und etwas Knoblauch.

… in einem großen Topf wird wieder etwas Ghee geschmolzen bzw. Bratöl erhitzt, worin die Zwiebeln und der Knoblauch für eine Weile angedünstet werden. 

… dann füllt man den großen Topf mit Wasser und gibt die Kartoffeln hinzu, die man zuerst eine Weile alleine köcheln lässt, bevor man den Weißkohl hinzufügt. 

… wieder nach einer kurzen Weile gibt man den Inhalt der Pfanne hinzu. Jetzt färbt sich alles wunderbar rot. Mit einem Holzlöffel wird alles umgerührt und für wenige Minuten auf mittlerer Stufe gelassen.

… Nun macht man den Herd aus, rührt kräftig mit einem Holzlöffel um, gibt etwas Apfelessig dazu und nach Belieben auch gerne eine Brise Salz.

… Danach ruht der Topf mit Deckel für eine Weile, damit sich nun alles in Ruhe verbindet. 

Eine warme Schüssel Borschtsch passt sehr gut zusammen mit dem „Buchweizen-Klassiker“ frisch aus dem Ofen. In diesem Fall empfehlen wir das Fladenbrot aus Buchweizen, da es viel leichter ist als andere Getreide und deshalb besser mit dem kräftigen Eintopf harmonisiert. Eins aus Reis oder Einkorn würde zu diesem Gericht zu schwer im Magen liegen, außerdem haben wir bereits die kräftigen Kartoffeln im Borschtsch.

„LASS DIE NAHRUNG DEINE MEDIZIN SEIN UND MEDIZIN DEINE NAHRUNG!“ (Hippokrates)

Eine ganzheitliche pflanzliche Ernährung bezieht alle Pflanzenorgane mit ein: die Wurzel, das Blatt bzw. der Stängel, die Blüte bzw. die Frucht und den Samen. Denn alle diese vier Pflanzenorgane haben eine andere Hauptaufgabe im Bezug zu den menschlichen Organen. Deshalb sind sie alle wichtig, um einer Einseitigkeit aus dem Weg zu gehen.

Das klingt zuerst vielleicht etwas schwierig, ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass Rüben, Karotten, Pastinaken, Sellerie, Rote Bete, Knoblauch, Zwiebeln, sowie die Knollen der Kartoffel und der Topinambur-Pflanze zu den Wurzelfrüchten gehören, um nur einige zu nennen. Diese salzhaltigen Wurzeln und Knollen wirken am meisten auf den Kopfbereich des Menschen. Wenn man die Kohlsorten, Salate und Stangensellerie, also alles krautige verspeist, regt man damit das Herz-Lungen-System an. Die Blüten- und Fruchtpflanzen, wie z.B. Tomaten, Paprika, Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Trauben oder Pflaumen sind primär für den Unterleib verantwortlich. Die Samen, also von allen Getreidepflanzen, von Hanf, Buchweizen oder Amaranth geben dem Menschen innere Kräfte und Willensstärke.

Viele Kritiker der Pflanzenheilkunde haben nicht verstanden, dass pflanzliche Medizin anders eingesetzt werden muss als chemische Präparate, die bei einer kurzfristigen Einnahme zwar Viren oder Bakterien abtöten, aber nicht den geschwächten Menschenleib stärken und somit ein illusioniertes Bild der Gesundung herbeiführen.

Die Pflanzen dagegen können den Menschen so stärken, dass er erst gar nicht geschwächt wird, um für die Erreger attraktiv zu sein. Deshalb ist eine permanente Ernährung mit frischen, sowie biologischen Pflanzen (Gemüse und Obst) die beste Vorsorge, um erst gar nicht zu den Präparaten greifen zu müssen.

Die Schulmedizin begeht den folgenschweren Fehler, dass Symptome, also Warnhinweise unseres menschlichen Organismus‘, als die letztendliche Krankheit angesehen wird. Doch die körperlichen Leiden weisen eigentlich auf ein Ungleichgewicht des Bewusstseins hin. Erst wenn man das erkennt, kann man den Menschen von einer Krankheit heilen, anstatt nur seine Symptome zu bekämpfen. Pflanzliche Nahrung wirkt nicht nur auf den mechanischen, sowie stofflichen Körper des Menschen, sondern auch auf dessen Bewusstsein. Der britische Pflanzenheiler Edward Bach erkannte das und stellte die sogenannten Bachblüten zusammen, die auf die Psyche des Menschen wirken und somit zum Abklingen der unbequemen körperlichen Symptome führen können.

In den vergangenen Jahrhunderten hat die traditionelle chinesische Medizin und Ernährungslehre (TCM) gezeigt, dass die beste Vorsorge eine ausgewogene Ernährung ist. Alle Nahrungsmittel sind den fünf Elementen zuzuordnen (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) und wirken auf alle Organe und somit auf den ganzen Organismus des Menschen. Um den Organismus im Gleichgewicht und somit gesund zu erhalten, wird darauf geachtet, dass keine Einseitigkeit in der Ernährung entsteht. Eine ausgleichende Wirkung der Elemente muss hergestellt werden, damit sich die Organe gegenseitig unterstützen können, ohne Reserven abziehen zu müssen. Um in Balance zu sein, muss das „Yin und Yang“-Verhältnis ausgeglichen sein. Yin steht für die Substanz, also alles flüssige, kalte und stoffliche im menschlichen Organismus. Yang steht für die Energie (Qi) und Wärme. Wenn man z.B. sehr unterkühlt ist und an Erkältungsanfälligkeit leidet, muss mit „warmen“ Lebensmitteln (thermische Wärme) geholfen werden. Viele Menschen denken, dass sie sich im Winter etwas gutes tun, wenn sie z.B. besonders viele Südfrüchte wie u.a. Orangen verzehren, da die moderne Wissenschaft erzählt, dass der hohe Vitamin C Gehalt der Früchte vor Erkältungen schützt. Das ist aber ein großer Irrtum und verschlimmert meist eine Erkältung, da die Orange ein „kaltes“ Lebensmittel (thermische Wärme) ist und somit den ausgekühlten Körper noch weiter kühlt, anstatt zu wärmen. In der Natur wächst der Orangenbaum in warmen Klimazonen und hilft den Menschen in diesen Gegenden der äußeren Wärme entgegenzuwirken und sie zu kühlen. In den kalten mitteleuropäischen Wintern müssen die Leute auf einheimische Pflanzen wie Lauch, Zwiebeln, Buchweizen, Feldsalat oder Rosenkohl zurückgreifen, die „erwärmend“ wirken und somit besser heilen, als Produkte die von weit her kommen und nicht zu unserer Natur passen. In der indischen Ayurveda-Medizin und Ernährungslehre ist das ebenfalls einer der Grundgedanken und bezieht sich auch auf den ganzen Organismus des Menschen.

„Ist er Koch oder Arzt? Ist dies eine Apotheke oder ein Restaurant? Fisch, Fleisch, Gemüse, Frühlingszwiebel und Porree  Köstliche Gerichte verbannen Tapletten und Pillen, Nahrhafte Speisen sind das Mittel gegen alle Leiden.“ (Altes chinesisches Gedicht)

Trotzdem ist es natürlich, dass ein Mensch mal erkrankt, weshalb es dann umso wichtiger ist, sein geschwächtes Immunsystem wieder aufzubauen. Dazu passt die alte Weißheit sehr gut, dass gegen jede Krankheit ein Kräutlein gewachsen sei. Diese schenken dem Körper wieder neue ätherische Kräfte, damit das eigene Immunsystem mit den Erregern fertig wird. So besiegt man also die Erreger, indem der Mensch gesundet und nicht nur einfach durch das Abtöten dieser, denn dann bleibt der Körper geschwächt und somit wieder offen für neue Angriffe.

VERSPEISE DEN KOSMOS IM RHYTHMUS DER VIER JAHRESZEITEN

Wasser und Luft machen den größten Teil in pflanzlicher Nahrung aus und sind Träger von kosmischen Impulsen. Nicht nur die Sonne und der Mond wirken auf die Pflanzen, sondern auch alle anderen Planeten unseres Sonnensystems, denn die Pflanze ist komplett dem Kosmos zugewandt und abhängig von dessen Rhythmen und Konstellationen. Wenn wir pflanzliche Nahrung in uns aufnehmen, essen wir nicht nur irdische Stoffe, sondern auch kosmische, die mit Hilfe der Elemente übertragen werden. Ein wässriger Salatkopf hat z.B. ganz besonders viele Mondkräfte in sich aufgenommen, während ein roter Apfel vorrangig Marskräfte in sich trägt.

Da wir uns als Menschen zwar zeitlich vom Kosmos emanzipiert haben, aber trotzdem noch von kosmischen Rhythmen und Impulsen abhängig sind, wirken die unterschiedlichen Planeten auch auf uns. Mit Hilfe der richtigen Nahrung kann man gezielt die Vorzüge der Planeten in sich zur Wirkung bringen und somit Krankheiten heilen.

Außerdem sind unsere körpereigenen Organe den Planeten des Sonnensystems zuzuordnen, die schließlich die Weltenorgane sind. Der „äußere“ Makrokosmos ist also im menschlichen „inneren“ als Mikrokosmos wiederzufinden. Da diese Punkte in der materialistischen Wissenschaft, die schließlich unsere Kultur prägt, nicht zählen, ist dieses alte Wissen leider am aussterben.

Für eine gesunde Ernährung kommt es nicht darauf an die Kalorien, oder die Inhaltsstoffe zu zählen, denn das ist nur eine Modeerscheinung unserer materialistischen Kultur. Da die Industrienahrung mit vielen Zusatzstoffen, raffinierten Zucker und Salz versetzt ist, bleibt vielen Menschen auch leider nichts anderes übrig. Aber wie weit hat der Mensch sich von der Natur entfernt, wenn die Lebensmittel vor der Zubereitung abgewogen werden müssen?

Bei einer natürlichen, sowie saisonalen Ernährung, ohne künstliche Aromen und Zucker, aus biologischem Gemüse aus seiner Region, verrät einem der eigene Körper was man wirklich braucht und wann man gesättigt ist. Wir müssen wieder lernen auf unseren Körper zu hören, ihn wieder dafür empfänglich machen. Also weg vom industriell verarbeiteten Einheitsbrei aus dem Supermarkt und hin zu frischen biologischen Produkten, die kosmische Kräfte in sich tragen und uns als Menschen richtig ernähren. Denn wir sind keine Maschinen die lediglich Treibstoff benötigen, auch wenn das in der heutigen Kultur von der Mehrheit gedacht wird!

Man schafft das ohne Problem, wenn man sich im Einklang mit dem Jahresrhythmus ernährt, also nur die Lebensmittel verspeist, die auch zur selben Zeit auf den Äckern wachsen und die uns die Natur anbietet. Das hat auch den Vorteil, dass man sich nicht an der ungeheureren Energieverschwendung der Lebensmitteltransporte aus dem Süden beteiligt. So findet man auch wieder seinen persönlichen Bezug zur Natur und die Vorfreude auf die ersten Erdbeeren, die ersten Tomaten, oder die ersten Äpfel des Jahres steigen ins unermessliche. Dieses Gefühl lässt die „einfachen“ Dinge des Lebens in ihrem wahren Glanz erstrahlen.

von Johannes Wachsmuth