Konzept

Biointensiver Gartenbau

Wir wollen reichlich Humus aufbauen, weshalb wir auf erhöhten Dauerbeeten kultivieren, die weder betreten noch befahren werden (Traktorfrei). Nahe Pflanzenabstände ermöglichen die rasche Bedeckung des Bodens und schützen somit vor Erosion und Austrocknung. Unter dem dichten Blattwerk bleibt der Oberboden feucht, eine Vielzahl verschiedener Bodenorganismen können sich dort ansiedeln und die zugeführte Biomasse (Stroh, Heu oder Pflanzenschnitt) zu wertvollen Humus verarbeiten.

Die Lebensgrundlagen der Menschen sind fruchtbare Böden und eine große Artenvielfalt! 

Die gängigen Praktiken der industriellen Landwirtschaft dezimiert allerdings in nur wenigen Jahren wertvollen Humus, der durch Witterung und Ablagerung über viele tausend Jahre entstanden ist. Durch den Einsatz von „Pflanzenschutzmitteln“ geht gleichzeitig die Artenvielfalt verloren. 

Offene Böden sind der Erosion sowie der Austrocknung ausgesetzt und werden durch das Befahren von Traktoren verdichtet. Die Pflanzen werden deshalb relativ weit voneinander ausgepflanzt, denn ihre Wurzeln können schlecht in die Tiefe des verdichteten Bodens eindringen und müssen in der Peripherie nach Nährstoffen und Wasser suchen. Der Oberboden bleibt somit von Bodenorganismen unbesiedelt und verkommt zur unbelebten Wüste.

Die gängige Landwirtschaft verbraucht weitaus mehr Energie als sie erzeugt, vor allem in Form von Erdöl. Kunstdünger werden daraus hergestellt und bilden somit die Grundlage der konventionellen Lebensmittelversorgung.

Die Trennung von Nutztierhaltung und Landwirtschaft brachte weiteren Schaden mit sich, denn wie in der Natur zu beobachten ist, sind Tiere ein sehr wichtiger Bestandteil der Ökologie. Eine „vegane“ Landwirtschaft ist deshalb nicht erstrebenswert und kann nicht „naturnah“ stattfinden. Uns geht es um eine „wesensgemäße Tierhaltung“,  anstatt um die Verbannung der Vierbeiner! 

Die landesweite Flurbereinigung (Flurneuordnung durch Rodung vieler Hecken), hat dazu beigetragen, dass viele einheimische vitale Obstsorten kaum noch zu finden sind und der Lebensraum der Vögel dezimiert wird.

Eine nachhaltige Zukunft ist möglich, wenn alle entnommenen Ressourcen mindestens gleichwertig ersetzt werden!

Der naturnahe Anbau soll eine große Vitalität und Vielfalt auf einer kleineren Fläche ermöglichen: Wildblumen im Gemüsebeet ziehen viele unterschiedliche Bestäuber-Insekten an und geben Bienen ihre nötige Lebensgrundlage. Mischkulturen ermöglichen den Bodenorganismen einen ausgewogenen Lebensraum und einen bunten Garten. Ebenfalls bieten Hecken, Totholz, Steinhaufen und Wasserplätze weitere Lebensräume für Insekten und “natürliche Fressfeinde“, die Insekten-Invasionen verhindern und somit künstliche Eingriffe überflüssig machen sollen. Kleintiere und Nutztiere liefern natürlichen Dünger und leben mit der Pflanzenwelt in Symbiose. Die lokale Flora ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, denn die Wildkräuter („Unkräuter“) sind eine wichtige Verbindung zwischen der Natur („draußen“) und dem Mikrokosmos Garten! Das abgefallene Laub der Bäume und der Stauden bleibt auf dem Boden liegen, ebenfalls können Pilze und Bakterien abgestorbene oder kranke Pflanzenteile wieder dem Erdboden gleichmachen, um den Kreislauf und die ständige Transformation des Jahres, von Leben-Tod-Leben usw. zu erhalten… 

Unsere Fläche gestalten wir nach Vorbild des natürlichen Ökosystems, wo Menschen, Nutztiere, kleine Wildtiere, Pflanzen, Insekten und Mikroorganismen eine Daseinsberechtigung haben!

Wir legen dauerhafte Hügelbeete an, die sich der natürlichen Landschaft anpassen, indem sie auf der Höhenlinie (Konturen der Hügel) angeordnet sind und somit ablaufendes Regenwasser auffangen, dass langsam in die Beete einsickern kann und uns somit nicht davon fließt (Sickergraben bzw. Sickerbeet). Pflanzenmaterial auf und auch im inneren der Hügelbeete können verkompostieren, während sie dabei wertvolle Nährstoffe den Mikroorganismen hinterlassen. 

Unser Klima im Oderbruch ist relativ trocken, weshalb uns das Anlegen der Dauerbeete auf der Höhenlinie sinnvoll erscheint. Für andere Regionen können wiederum andere Systeme geeignet sein… 


 

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Einmalige Handarbeit im Frühling oder Herbst: Ein Dauerbeet auf Höhenlinie!
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Doch der Reihe nach: Die erste Handlung auf der Fläche: Tania & Johannes beim Ausmessen der Höhenlinien (Landschafts-Konturen), um die Hügelbeete dementsprechend zu errichten, damit ein Maximum an Regenwasser aufgefangen werden kann, (mit selbstgebastelter Wasserwaage).
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Bevor es zu den einmaligen Erdarbeiten kommt, heißt es Abstecken der Hügelbeete, die sich dem natürlichen Verlauf der Hügel anschmiegen… 
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Mit  einer Doppelgrabegabel sind die Erdarbeiten auch ohne schwere Maschinen machbar…
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Mitte Mai ist es endlich soweit und die Pflanzung der selbstaufgezogenen Jungpflanzen kann beginnen… 
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Hier kann eine Tomate Tomate sein (in diesem Fall Wildtomate „Rote Murmel“: Durch den Mulch ist der Boden vor Austrocknung und Auswaschung geschützt, außerdem bekommen die Bodenorganismen dadurch Nahrung…
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Im Sommer ist das Hügelbeet mit der natürlichen Umgebung verwachsen. Die  Tomaten werden lediglich im Jungstadium von Gräsern freigehalten, später nehmen sie das Beet ein und erfordert keine weitere Arbeit, außer dem Ernten…
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Die unzähligen kleinen süß-säuerlichen „Wildtomaten“ reifen den kompletten Sommer über und ergeben nicht nur eine leckere Nascherei, sondern sind auch sehr gut geeignet für Aufläufe, wo sie eine sehr erfrischende Note abgeben…